Die Gemeinde Strängnäs schafft Treffpunkte, die zum Mitmachen einladen
Papierkörbe sind etwas, an dem wir alle täglich vorbeikommen, oft ohne groß darüber nachzudenken. Die Gemeinde Strängnäs sieht in den Papierkörben eine Möglichkeit, Nachhaltigkeitsthemen auf konkrete und zugängliche Weise sichtbar zu machen. Indem man sich ein bisschen mehr Mühe gibt – zum Beispiel indem man Kindergärten in Designprojekte einbezieht –, kann etwas so Alltägliches und Gewöhnliches wie ein Papierkorb zu einem Werkzeug für Veränderungen werden.
In der Gemeinde Strängnäs sind Mülltonnen mehr als nur Abfallbehälter – sie sind Mittel, um sowohl Einwohner als auch Besucher einzubinden.
Unter dem Leitbild „Gemeinsam und mit dem Fokus auf das Wohl der Einwohner schaffen wir die nachhaltige Gemeinde der Zukunft“ treibt die Gemeinde eine langfristige Arbeit voran, bei der ökologische und soziale Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Josefin Krakowski, Referentin im Amt für Technik und Dienstleistungen, erzählt von ihren Erfahrungen bei der Schaffung von Treffpunkten, von der Bedeutung des lokalen Engagements und davon, wie Papierkörbe zum Gesprächsthema werden können.
Die Organisation hinter dem Müll
In der Gemeinde Strängnäs ist das Technik- und Serviceamt für die Abfallentsorgung an öffentlichen Orten zuständig. Zu diesem Amt gehört unter anderem die Abteilung „Gata Park“ mit 22 Mitarbeitern, die sich unter anderem um die Entleerung von Papierkörben, die Schneeräumung und die Pflege der Parks kümmern.
Die Verantwortung für die Abfallentsorgung in Strängnäs teilen sich die Gemeinde und das Unternehmen SEVAB. Die Gemeinde kümmert sich um den Abfall im öffentlichen Raum, während SEVAB über die gemeinsame Betreibergesellschaft ESEM für den Hausmüll aus den Haushalten zuständig ist. Josefin selbst arbeitet strategisch als Referentin für Abfall- und Recyclingfragen. Die Gemeinde hat außerdem eine Nachhaltigkeitsabteilung, die die Entwicklung im Bereich Nachhaltigkeit vorantreibt.
Müllmessung als Grundlage für die Entwicklung
Um ein klares Bild davon zu bekommen, wie es um die Vermüllung in der Gemeinde steht, wurden 2023 sowohl eine Müllerhebung in zentralen Teilen von Strängnäs als auch eine Müllerhebung an vier beliebten Badeplätzen durchgeführt. Das Ergebnis diente als Ausgangspunkt für die Planung künftiger Maßnahmen.
Die Messung wurde gemäß den Richtlinien von „Håll Sverige Rent“ durchgeführt, und die Erhebung umfasste vier beliebte kommunale Badestellen, an denen die Verschmutzung während der Sommersaison besonders hoch ist.
Diesen Sommer wird an denselben Orten wie 2023 eine neue Müllerhebung durchgeführt. Die Ergebnisse werden dann mit denen der Müllerhebung von 2023 verglichen, um zu sehen, welche Wirkung die Maßnahmen hatten. Das liefert auch wichtige Erkenntnisse dafür, wie sowohl die Abfallwirtschaft als auch zukünftige Maßnahmen weiterentwickelt werden können.
CLEAN bietet einen Echtzeit-Überblick und zeigt an, wo und wann die intelligenten Mülltonnen geleert werden müssen.
Clevere Technik für mehr Effizienz bei der Arbeit
Um die Arbeit effizienter zu gestalten, hat sich Strängnäs dafür entschieden, Bigbelly ausgewählten Standorten vernetzte, selbstkomprimierende Abfallbehälter von Bigbelly einzusetzen. Mithilfe Clean kann die Gemeinde den Füllstand und den Status in Echtzeit verfolgen.
Als die Vorschriften zur Mülltrennung im öffentlichen Raum in Kraft traten, begann die Gemeinde schon früh darüber nachzudenken, wie die vorhandenen Tonnen genutzt werden könnten. Die Lösung bestand darin, mehrere Behälter zu einer Mülltrennstation zusammenzustellen, anstatt sie einzeln aufzustellen, ohne dass eine Mülltrennung möglich war. Die Funktion, die sich dabei als hilfreich erwiesen hat, ist Heatmaps, mit denen man erkennen kann, wo der Andrang am größten ist, und die Behälter anschließend zur weiteren Optimierung neu platzieren kann.
-Wir haben mithilfe von Heatmaps ausgewertet, wo der Andrang am größten war und wo die Tonnen den größten Nutzen bringen. Als die Richtlinien veröffentlicht wurden, welche Abfallfraktionen gelten, hatten wir bereits eine Lösung parat. Wir haben die Tonnen an Orte verlegt, an denen sie mehr Nutzen bringen, und die vorhandenen Tonnen zu Dreifachstationen zusammengestellt. Wir werden das Ganze nach und nach auswerten und weiterentwickeln, aber jetzt haben wir einen guten Start in den Sommer hingelegt, fährt Josefin fort.
Die Gemeinde Strängnäs hat ihre Bigbelly mit einem Meeresmotiv beklebt und mit einem Soundmodul ausgestattet. Wenn jemand Müll hineinwirft, spricht die Tonne und sagt: „Füttere mich“. Ein kleiner Einsatz mit großer Wirkung – sowohl für die Umwelt als auch für das Bewusstsein.
Papierkörbe als Botschafter
Vor einem Jahr, im Vorfeld der Sommersaison 2024, wurde im Rahmen der Nachhaltigkeitsbemühungen der Gemeinde ein Pilotprojekt mit einer folienbeschichteten, sprechenden Bigbelly gestartet . Die Tonne wurde auf dem Spielplatz neben dem Kleinboothafen und dem Park auf Visholmen aufgestellt, wo viel los ist. Um darauf aufmerksam zu machen, dass Müll nicht ins Wasser gelangen darf, wurde der Behälter mit einem Unterwassermotiv mit Müll verziert.
– „Der Bigbellyn auf dem Spielplatz redet auch – das kommt bei allen Kindern natürlich super an. Die Leute bleiben stehen und denken darüber nach, und die Papierkörbe werden zum Gesprächsthema, was das Problem der Vermüllung ins Rampenlicht rückt“, erzählt Josefin.
Das Unterwasser-Motiv wurde auch bei den neuen Wertstoffstationen übernommen, sodass sich ein roter Faden durch die Gestaltung zieht. Und jetzt gibt es an einer der neuen Stationen einen weiteren Papierkorb mit einem aussagekräftigen Motiv.
Ein weiteres gelungenes Projekt war, als die Kindergärten in Strängnäs mitgestalten durften und eigene Motive für 20 kleine Papierkörbe entwarfen. Die Motive wurden mit Zitaten auf den Deckeln kombiniert, die sich die Kinder selbst ausgedacht hatten – zum Beispiel Aufforderungen wie„Wir sollen keinen Müll wegwerfen, denn dann wird die Erde traurig“ und „Manche Tiere denken, Müll sei Essen, und dann bleibt er im Schnabel stecken.“
– „Das Designprojekt kam super an. Die Kindergartenkinder haben den Einwohnern gezeigt, wie man den Müll aus der Perspektive der Kinder sieht. Das war eine effektive Art, die Einwohner einzubeziehen und Gespräche anzuregen“, sagt Josefin.
Entwurf für einen Papierkorb. „Wir sollen keinen Müll wegwerfen, denn dann wird die Erde traurig“ von der „Trädgårdsmästarens“-Kindertagesstätte Prästkragen
Treffpunkte, die begeistern
Für die Gemeinde Strängnäs sind die drei Aspekte der Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial und wirtschaftlich) gleichermaßen wichtig. Praktische Initiativen wie Nudging-Maßnahmen, bei denen es darum geht, Menschen durch eine Veränderung ihrer Entscheidungssituation zu einem gewünschten Verhalten zu bewegen, werden mit sozialen Projekten kombiniert, die Gemeinschaftssinn und Verantwortungsbewusstsein fördern.
Ein beliebtes Beispiel ist die Initiative „Wall of Kindness“ in der Galleria Präntaren. Die Wand ist eine Zusammenarbeit mit dem Secondhand-Laden „Butik Garderoben“, „Starka händer“, der Gemeinde und der Galleria Präntaren. Schau dir hier den Beitrag von SVT an. Das Konzept, das es weltweit gibt, ist einfach: Nimm dir ein Kleidungsstück, wenn du es brauchst – oder gib eins ab, wenn du etwas übrig hast. Um die Fläche lebendig zu halten, wechselt die Wand regelmäßig das Thema, zum Beispiel „Warme Kleidung“ im Winter und „Abschlusszeiten“ zur Abschlussfeier im Juni.
Vor dem Sommer lautet das Thema „Abschluss und Abschlussfeier“. Dann werden alle warmen Kleidungsstücke aussortiert und die Einwohner der Gemeinde werden dazu aufgerufen, stattdessen Festkleidung abzugeben. Als Teil des Themas sammelt die Gemeinde auch Geschichten darüber, wie die Kleidungsstücke ein neues Leben bekommen. Um den Wert der Wiederverwendung auf persönliche und inspirierende Weise sichtbar zu machen, kann jeder, der möchte, ein Foto und eine kurze Geschichte darüber beisteuern, wie das Kleidungsstück weiterlebt.
Die Initiative „Wall of Kindness“ in der Galleria Präntaren
Begegnungsorte, die zum Mitmachen anregen, sind ein Eckpfeiler der Nachhaltigkeitsarbeit der Gemeinde Strängnäs. Wenn Einwohner, Vereine und die Wirtschaft zur Zusammenarbeit eingeladen werden, entstehen die besten Voraussetzungen. Indem Strängnäs konkrete Maßnahmen wie Papierkörbe und Wiederverwertung mit gesellschaftlichen Zielen wie Klimaschutz, Inklusion und Teilhabe verknüpft, schafft die Gemeinde eine Nachhaltigkeitsarbeit, die sowohl konkret als auch langfristig angelegt ist.
Fünf Ideen für erfolgreiche Nudging-Maßnahmen
Beziehe die Einwohner in die Gestaltung von Papierkörben ein und schaffe ein Gesprächsthema, mit dem sich jeder identifizieren kann.
Verbinde das Ganze mit bestehenden Veranstaltungen und Kampagnen, um die Botschaft zu verstärken und eine größere Reichweite zu erzielen
Ermittle die größten Herausforderungen im Bereich Abfall und entwickle darauf aufbauend Maßnahmen.
Arbeite mit lokalen Akteuren wie Einkaufszentren zusammen und beziehe Kollegen, Vereine und Unternehmen in gemeinsame Aktionen ein.
Denk bei der Kommunikation breit an und nutze Kanäle, die zur Botschaft passen. Probier ruhig neue Ansätze aus, um eine größere Reichweite zu erzielen.
Geh noch einen Schritt weiter, um das Problem der Vermüllung ins Rampenlicht zu rücken
Papierkörbe sind etwas, an dem wir alle täglich vorbeikommen, oft ohne darüber nachzudenken. Die Gemeinde Strängnäs sieht in den Papierkörben eine Möglichkeit, Themen der Nachhaltigkeit auf konkrete und zugängliche Weise sichtbar zu machen.
„Wir wollen das gewisse Extra tun, um das Thema Müll auf die Tagesordnung zu bringen. Papierkörbe sind etwas, womit sich jeder identifizieren kann und zu dem jeder eine Beziehung hat. Es ist etwas, an dem wir jeden Tag vorbeigehen, ohne darüber nachzudenken, aber genau deshalb sind sie perfekte Mittel, wenn man zum Nachdenken über Nachhaltigkeit und Umwelt anregen will“, sagt Josefin
Wenn man sich ein bisschen mehr Mühe gibt – zum Beispiel indem man Kindergärten in Designprojekte einbezieht –, kann etwas so Alltägliches und Gewöhnliches wie ein Papierkorb zu einem Instrument des Wandels werden.
Ein großes Dankeschön an die Gemeinde Strängnäs, das Technik- und Serviceamt sowie die Abteilung „Gata Park“, dass wir einen Einblick in eure Arbeit und euer Engagement bekommen durften. Ihr leistet fantastische Arbeit!
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