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Mülltrennung im öffentlichen Raum – 5 Tipps

Wie gehen andere im öffentlichen Raum mit der Mülltrennung um, um die neuen Anforderungen ab 2026 zu erfüllen? Wir haben Gemeinden im ganzen Land befragt und teilen hier ihre Tipps, Erfahrungen und konkreten Hilfsmittel für den Erfolg.

Im Januar 2026 trat ein neues Gesetz in Kraft, das vorsieht, dass Abfälle wie Plastik und Papier im öffentlichen Raum und an öffentlichen Orten getrennt gesammelt werden müssen .

Es liegt in der Verantwortung der Gemeinden, Möglichkeiten zur Mülltrennung dort anzubieten, wo sich Menschen bewegen, aufhalten und Müll wegwerfen, zum Beispiel in Parks, auf Plätzen und an Orten, die größer als 2000 Quadratmeter sind.

Seit die neuen Anforderungen in Kraft getreten sind, haben wir viele Gespräche mit Unternehmen und Gemeinden im ganzen Land darüber geführt, wie Mülltrennungsstellen geplant, platziert und in der Praxis umgesetzt werden können.

Die Gespräche haben uns wertvolle Einblicke gegeben, welche Fragen immer wieder auftauchen, welche Lösungen getestet werden und welche Erkenntnisse es sich lohnen könnte, weiterzugeben.

Dieser Artikel basiert auf Interviews zum Thema Mülltrennung mit Straßenbauingenieuren und Abfallwirtschaftsbeauftragten in schwedischen Gemeinden, die sich aktiv mit der Mülltrennung und der Sammlung von Verpackungsabfällen im öffentlichen Raum beschäftigen.

Ihre Erfahrungen zeigen, dass es sich nicht um eine einmalige Maßnahme handelt, sondern um eine langfristige und methodische Vorgehensweise, die die Platzierung, das Verhalten, den Betrieb und die Nachverfolgung umfasst.


Ein Papierkorb im Park mit Plastikflaschen und Müll auf dem Boden – ein Beispiel für Vermüllung im öffentlichen Raum, wo Mülltrennung nötig ist
Plastikflaschen und Einwegverpackungen liegen auf dem Boden neben einem Papierkorb in einem Park. Das Beispiel zeigt, wie Müll im öffentlichen Raum entsteht und warum klare Trennstellen und die richtige Platzierung wichtig sind.

1. Wo, wann und wie entsteht der Abfall?

Die neue gesetzliche Vorschrift gilt für Orte, an denen erhebliche Mengen an Abfall anfallen; oft handelt es sich dabei um Orte, an denen sich Menschen aufhalten, essen oder eine Weile verweilen, z. B.: Plätze, Parks, Badestellen, Spielplätze und Busbahnhöfe.

Um herauszufinden, wo genau der Müll anfällt und wo Mülltrennung nötig ist, gibt es mehrere mögliche Vorgehensweisen:

  • Müllmessungen
  • Teste vorübergehende Sortierstationen über einen bestimmten Zeitraum, um zu sehen, wie sie genutzt werden.
  • Tools zur Analyse des Füllgrads und der Nutzung im Zeitverlauf.

Wir stellen fest, dass viele Gemeinden sich vorarbeiten und die Standortwahl als einen fortlaufenden Prozess betrachten.

Müllsammelstellen werden an verschiedene Standorte verlegt, die Abfallfraktionen werden ausgewertet und die Standorte werden angepasst, wenn die Auslastung an einem Ort steigt – besonders vor der Hochsaison. In einem Park oder an einem Badestrand können die Abfallmengen im Juli ganz anders ausfallen als im Februar.

Um herauszufinden, wo Abfall entsteht, muss man verstehen, wann, wie und warum er entsteht – und dieses Wissen nutzen, um zu entscheiden, wo die Wertstoffsammelstellen am meisten Sinn machen.

Möchtest du mehr darüber erfahren, wie Wertstoffsammelstellen zu einer besseren Mülltrennung an der Quelle beitragen können?

Lies unseren Artikel über intelligente Mülltrennung im öffentlichen Raum


2. Welche Fraktionen werden benötigt?

An verschiedenen Orten fallen unterschiedliche Arten von Müll an. An einem Badestrand sind es oft vor allem Getränkeverpackungen und Eisverpackungen. An einem Pendlerknotenpunkt sind es eher Take-away-Verpackungen.

In Parks, in denen sich die Leute länger aufhalten, fällt oft eine größere Vielfalt an Müll an.

Viele Gemeinden entscheiden sich dafür, auch Restmüll mit einzubeziehen, obwohl das nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Das verringert das Risiko, dass Müll auf dem Boden oder in den falschen Behältern landet.

Die vor Ort verfügbaren Fraktionen sind:

  • Kunststoffverpackungen
  • Metall
  • Papierverpackungen
  • farbiges Glas
  • klares Glas

Wenn die richtigen Fraktionen am richtigen Ort sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Material tatsächlich sortiert und recycelt werden kann.

Wenn du mehr über Mülltrennung erfahren möchtest, lies doch einfach mal Abfalltrennung in Parks – es sollte doch eigentlich ganz einfach sein, es richtig zu machen.


3. Entscheidungshilfe für die Platzierung

Eine der absolut häufigsten Fragen, die uns gestellt wird, ist, wo die Wertstoffsammelstellen aufgestellt werden sollen.

Ein richtig guter Tipp für eine erfolgreiche Mülltrennung im öffentlichen Raum kam von einem Verantwortlichen für die Abfallwirtschaft, der erzählte, wie sie eine Entscheidungshilfe entwickelt haben – ein Tool, das den Behörden dabei hilft, zu entscheiden, welche Art von Sammelstelle an den verschiedenen Orten benötigt wird.

Die Verwaltung begann ihre Arbeit mit einer Bestandsaufnahme der Aufstellung von Mehrfraktionsbehältern in der Innenstadt und einer Analyse, wie die verschiedenen Standorte in der Praxis genutzt werden.

Der nächste Schritt bestand darin, ein gemeinsames Bewertungsmodell zu entwickeln, das den Parkverantwortlichen und anderen, die im Bereich des öffentlichen Raums tätig sind, als Hilfestellung dienen soll. Die Idee dahinter ist, eine systematischere Methode zu schaffen, um zu entscheiden, welche Art von Sammelstelle an den verschiedenen Standorten am besten geeignet ist.

Die Bewertungshilfe berücksichtigt unter anderem:

  • die Art des Parks, zum Beispiel Stadtpark, Spielplatz oder Naturgebiet
  • Besucherströme
  • typische Müllmengen
  • nahegelegene Einrichtungen wie Gastronomiebetriebe oder Freizeitangebote der Stadt Umeå

Das Ziel ist es, eine stärker faktenbasierte und einheitliche Arbeitsweise zu schaffen. Die Stadtreinigung im öffentlichen Raum ist ein dynamisches System, das sich im Zuge der Stadtentwicklung verändert. Schon die Einrichtung eines neuen Spielplatzes oder eines neuen Aufenthaltsbereichs kann ausreichen, damit ein Gebiet plötzlich ganz neue Besucherströme verzeichnet. Stadt Umeå

Durch die Arbeit mit einem gemeinsamen Bewertungsinstrument wird es einfacher, in der gesamten Gemeinde einen einheitlicheren Standard zu schaffen, sodass die Einwohner wissen, wo sie ihren Müll sortieren können.


4. Wie schafft ihr es, dass Betrieb, Logistik und Nachverfolgung reibungslos funktionieren?

Sobald die Sortierstationen einmal stehen, muss das ganze System im Alltag funktionieren.

In Gemeinden, die bereits mit Mehrfraktionsbehältern arbeiten, ist die Abholung oft in den regulären Betrieb integriert.

Ein typischer Arbeitsablauf sieht so aus:

  1. Die Einwohner sortieren den Müll direkt an der Sammelstelle
  2. Das Betriebspersonal sammelt den Müll ein
  3. Das Material wird zu einer Sammelstelle transportiert
  4. Die Fraktionen werden in Containern gesammelt
  5. Das Material wird gewogen und erfasst

Durch das Wiegen des Materials kann die Gemeinde verfolgen, wie sich die verschiedenen Abfallfraktionen im Laufe der Zeit entwickeln.

Dadurch lässt sich die Abfallentsorgung auch datengestützter gestalten und man kann Standorte, Kapazitäten und Leerungsintervalle anpassen.


Eine Sammelstelle im öffentlichen Raum für Papier, Glas und Kunststoffverpackungen mit eindeutigen Symbolen und Farben.
Sammelstation mit separaten Einwurföffnungen für Papierverpackungen, Glas und Kunststoff. Deutliche Farben und Symbole erleichtern es den Einwohnern, im öffentlichen Raum richtig zu trennen.

5. Wie machen wir es einfach, den Müll richtig zu trennen?

Letztendlich hängt es vom Verhalten der Einwohner ab, ob das System funktioniert. Die Gestaltung der Wertstoffsammelstellen spielt daher eine große Rolle. Die Sammelstellen müssen:

  • deutlich
  • leicht zugänglich
  • intuitiv zu bedienen

Mehrere Gemeinden setzen aktiv auf Nudging, bei dem Design und Kommunikation genutzt werden, um es einfacher zu machen, das Richtige zu tun.

Ein Beispiel dafür ist die Gemeinde Strängnäs, die Treffpunkte schafft, die zum Mitmachen anregen, wobei Papierkörbe als Mittel eingesetzt werden, um das Interesse an Nachhaltigkeitsthemen zu wecken.

Die Gemeinde hat unter anderem Kindergärten in Gestaltungsprojekte einbezogen, um eine Verbindung zu den Papierkörben herzustellen und sie im Stadtbild besser sichtbar zu machen.

Auch kreative Kommunikation kann eine große Rolle spielen. In manchen Städten werden Kampagnen, Kooperationen mit Vereinen und verschiedene Aktivitäten genutzt, um das Bewusstsein für das Problem der Vermüllung zu schärfen und die Einwohner zu motivieren.

In Randers in Dänemark werden Papierkörbe eingesetzt, um die Geschichte und Kultur der Stadt hervorzuheben – eine Möglichkeit, Stolz auf den öffentlichen Raum zu wecken und gleichzeitig das Verhalten der Menschen zu beeinflussen.

Wenn die Wertstoffhöfe übersichtlich, gut sichtbar und leicht verständlich sind, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Einwohner sie richtig nutzen.


Abschluss

Die Mülltrennung im öffentlichen Raum ist ein Prozess, der sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Kommunen, die hier schon weit gekommen sind, beschreiben den Prozess als iterativ: Dabei werden Standorte getestet, Daten ausgewertet und Lösungen an die Nutzung des städtischen Raums angepasst.

Wenn die haushaltsnahe Abfallsammlung ab 2027 in Schweden zum Standard wird, werden auch die Erwartungen an die Mülltrennung im städtischen Umfeld steigen. Deshalb entscheiden sich viele Gemeinden dafür, schon heute mit Tests zu beginnen und die Infrastruktur aufzubauen.


6. März 2026
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