Die Gemeinde Randers in Dänemark, die sechstgrößte Gemeinde des Landes, liegt wunderschön am Gudenå, am Fjord und inmitten von Naturparks und ist seit vielen Jahren Vorreiter bei der Schaffung einer sauberen und lebenswerten Stadt.
Die Gemeinde setzt sich langfristig dafür ein, das Stadtbild sauber, sicher und attraktiv zu halten, und nutzt seit 2017 Bigbelly .
Als die Arbeiten vor fast zehn Jahren begannen, lag der Schwerpunkt vor allem darauf, die Abfallentsorgung in der Innenstadt effizienter zu gestalten. Die Zahl der Leerungen wurde damals von 43.680 auf 1.800 pro Jahr reduziert.

Ein Papierkorb kann mehr sein als nur ein Papierkorb
Bald wurde der Gemeinde klar, dass die Behälter mehr als nur zu einer effizienten Abfallentsorgung beitragen konnten. Sie wurden zu Kanälen für „Nudging“ – kleine, freundliche Anstöße in die richtige Richtung, um den Menschen zu helfen, das Richtige zu tun.
Durch die Folierung der Behälter und die Kombination mit wissensbasierten Kampagnen, Veranstaltungen und kreativen Maßnahmen wurde Bigbelly zu Bigbelly taktischen Instrument im städtischen Raum, um die Vermüllung zu reduzieren.
Die Gemeinde setzt gerne Herzlichkeit, Kreativität und Humor ein, um einen Dialog zu schaffen und die Einwohner einzubinden. Im Laufe der Jahre wurden Bigbelly genutzt, um das Verhalten zu beeinflussen, und sind mittlerweile Teil des Stadtbildes geworden – von Humor über sanfte Anstöße bis hin zu reinem Storytelling.
Spezifische Herausforderungen und bestimmte Orte
Die Stadt geht konkrete Probleme an und kennzeichnet Orte, an denen die Herausforderungen auftreten. Ein Beispiel ist die Maßnahme gegen Zigarettenkippen, bei der die Stadt an zentralen Orten Taschenbecher verteilt hat, um das ordnungsgemäße Entsorgen von Kippen zu erleichtern.

Ein weiteres Beispiel ist die Kampagne am Busbahnhof im Zentrum von Randers, bei der der Busbahnhof in ein rosa „Kaugummi-Universum“ verwandelt wurde, um auf spielerische und mitreißende Weise auf die vielen Kaugummis auf dem Boden aufmerksam zu machen.
Die Maßnahmen sind klar, leicht verständlich und laden die Bürger zur Teilnahme ein. Hier holt die Gemeinde die Menschen dort ab, wo sie stehen, und macht es ihnen leicht, das Richtige zu tun. Oft werden lokale Künstler, Schulen und die Wirtschaft einbezogen, was die lokale Verankerung stärkt und das Gefühl der Teilhabe steigert.

Ein historischer Stadtrundgang mit Bigbelly
Im Rahmen der Initiative „Historieruten“ (Geschichtsrundgang) arbeitet die Gemeinde Randers mit dem Stadtarchiv Randers zusammen, um Geschichte, Stadtreinigung und Nachhaltigkeit im öffentlichen Raum miteinander zu verknüpfen.
Der Stadtrundgang ist drei Kilometer lang und führt durch die Innenstadt von Randers. Entlang der Strecke stehen Bigbelly , die mit historischen Fotos und Geschichten zum jeweiligen Ort verziert sind.
Was früher nur ein Papierkorb war, ist heute ein kleines Museum, eine Geschichtsstunde und ein stolzes Wahrzeichen genau dieses Ortes.

Digitale Technik macht das Kulturerbe für alle zugänglich
Jede Station hat ein historisches Motiv und einen QR-Code, der zu einer Webseite mit weiteren Fakten und Geschichten führt. Die Geschichten wurden sorgfältig entsprechend dem Standort der jeweiligen Station ausgewählt.
Die Einwohner können das Stadtleben im Wandel der Zeit erleben und gleichzeitig etwas über die lokale Geschichte lernen. Das rückt die Abfallwirtschaft in einen neuen Kontext.

Bei der Einweihung des Geschichtenpfads waren sowohl Einwohner als auch Beamte und Kooperationspartner dabei. Unter ihnen war auch Bürgermeister Torben Hansen, der betonte, wie wichtig es ist, das kulturelle Erbe auf eine Weise hervorzuheben, die im Alltag begeistert und überrascht:
„Wir hoffen, dass die Papierkörbe die Leute dazu bringen, kurz innezuhalten, ein bisschen zu lächeln, etwas zu lernen – und vielleicht sogar eher dazu, sie zu benutzen. Wenn wir Papierkörbe zum Gesprächsthema machen, können wir auch Verhaltensweisen ändern. Es geht darum, die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, und ihnen die richtige Entscheidung leicht zu machen. Die kleinen Geschichten sind Fenster in die Vergangenheit. Und eine sanfte Erinnerung daran, dass das, was wir heute tun – selbst etwas so Einfaches wie das Wegwerfen von Müll – dazu beiträgt, die Zukunft zu gestalten“, sagt Torben Hansen, Bürgermeister der Gemeinde Randers.
Mithilfe digitaler Technik wird das Kulturerbe im öffentlichen Raum zugänglich gemacht, wo Papierkörbe zu Trägern von Wissen werden. Was früher nur ein flüchtiger Anblick war, wird zu kleinen Entdeckungsmomenten.
Für die Gemeinde geht es nicht nur darum, Wissen zu vermitteln, sondern auch darum, Teilhabe, Stolz und langfristiges Engagement zu fördern.
„Wir wollen Randers zu einer noch attraktiveren Gemeinde machen und gleichzeitig das Verhalten und die Einstellung der Menschen zum Thema Abfall beeinflussen. Wir nutzen konkrete, aber kreative Ansätze, die die Leute dazu bringen, kurz innezuhalten und nachzudenken. Jetzt arbeiten wir mit dem Stadtarchiv zusammen, damit die Papierkörbe nicht nur Abfall sammeln, sondern auch eine Geschichte erzählen.“ – Jacob Piil, Kommunikationsmitarbeiter, Gemeinde Randers
5 Tipps von Jacob, um im öffentlichen Raum Engagement zu wecken
- Fang dort an, wo sich die Leute schon aufhalten
Wenn man Verhaltensweisen beeinflussen will, muss man im Alltag der Menschen präsent sein – zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit oder an einem Mülleimer. - Trau dich, aus der Masse herauszustechen
Wir merken, dass die Leute reagieren, wenn etwas unerwartet ist. Humor und kleine Überraschungen bringen die Leute dazu, innezuhalten und nachzudenken. - Lade die Leute ein, sich zu beteiligen:
Engagement entsteht, wenn die Einwohner das Gefühl haben, Teil der Geschichte zu sein – zum Beispiel durch die Zusammenarbeit mit dem Museum Østjylland und dem Stadtarchiv. - Nützliches mit Erlebnis verbinden
Ein Papierkorb kann einfach nur ein Papierkorb sein – aber auch ein Träger von Geschichte, ein Wegweiser oder ein lustiges Detail. - Mach es dir einfach:
Wähle ein Problem und einen Ort aus – zum Beispiel Zigarettenkippen oder Kaugummi – und entwickle eine Aktion dazu.
Die Gemeinde Randers zeigt, dass Papierkörbe nicht nur Teil der Abfallentsorgung sind, sondern auch Verhaltensweisen verändern können. Durch Nudging und Folienbeschichtung wird Bigbelly sehr zu einem Wissensprojekt wie zu einem Projekt zur Förderung des Engagements.
Wenn Menschen mitten im Alltag auf Geschichten, Humor und Geschichte stoßen, verändert sich sowohl ihr Verhalten als auch ihre Wahrnehmung der Stadt.
Es geht darum, die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, und es ihnen einfach und ein bisschen unterhaltsamer zu machen, das Richtige zu tun.
Danke, Jacob, und danke an die Stadt Randers, dass ihr bereit seid, an diesem Interview teilzunehmen. Eure Arbeit beeindruckt und inspiriert zugleich!